Fanny Zeise – Thesen zu Gewerkschaften und der LINKEN

Betriebs- und Tarifpolitik als wichtiges Feld linker/ LINKER Politik

Gewerkschaften sind  – auf Grund ihrer besonderen Durchsetzungskraft durch das Machtmittel des Streiks – zentrale Akteure in der Durchsetzung gesellschaftlicher Veränderungen. Sie wurden von der Linken und der LINKEN jedoch lange Zeit nur als potentielle Bündnispartnerinnen auf der politischen Ebene angesprochen und umworben. Gleichzeitig verlor innerhalb der Gewerkschaften die geschwächte gewerkschaftliche Linke in der Betriebs- und Tarifpolitik an Einfluss.

Betriebliche Konflikte sind aber immer auch gesellschaftliche und damit politische Auseinandersetzungen, weil sie das Kräfteverhältnis zwischen Kapital und Arbeit bearbeiten. Sie tasten die Herrschaftsstruktur im Betrieb an, eröffnen kollektive Handlungsperspektiven, setzen Bewusstseins- und Emanzipationsprozesse in Gang und sind der Ort an dem gewerkschaftliche Macht entfaltet wird. Die aktuellen Konflikte in sozialen Berufen, in – vormals –  öffentlichen Unternehmen wie der Post oder der Bahn oder die Kämpfe von prekär Beschäftigten bei Amazon oder Deliveroo machen den politischen Charakter der Auseinandersetzungen besonders deutlich.

Zudem sind nur offensive, mitgliederstarke und tarifpolitisch durchsetzungsfähige Gewerkschaften in der Lage ihr politisches Mandat auch auf der politischen Ebene offensiv zu nutzen.

Die Betriebs- und Tarifpolitik muss daher ein Feld linker Politik sein.

Um in die Offensive zu kommen, müssen sich die Gewerkschaften erneuern.

Mit der Aufkündigung der Sozialpartnerschaft werden die Gewerkschaften zunehmend in Auseinandersetzungen gezwungen, die ihnen neue, offensivere Strategien abfordern. Unter Stichworten wie Organizing, Beteiligung und Konfliktorientierung setzt vor allen eine jüngerer Generation linker GewerkschafterInnen Hoffnung auf eine stärkere gewerkschaftliche  Durchsetzungskraft durch eine derart veränderte Gewerkschaftsarbeit. Die Zunahme gewerkschaftlicher Kämpfe in denen erfolgreich neue Ansätze ausprobiert werden, gibt ihnen Recht.

Eingefahrene Arbeitsweisen und Organisationsegoismen, aber vor allem politischer Widerstand und das Festhalten an sozialpartnerschaftlichen Vorstellungen behindern aber eine ernsthafte Strategiedebatte ebenso sowie die umfassende Durchsetzung ihrer Ergebnisse.

Eine erneuerte Gewerkschaftspraxis und damit eine grundlegende Erneuerung der Gewerkschaften muss gegen Widerstände durchgesetzt werden. Dafür ist eine Vernetzung von Linken in den Gewerkschaften nötig.

Aufgaben der LINKEN

  • DIE LINKE stellt Räume für den Austausch von linken GewerkschafterInnen zur Verfügung.
  • DIE LINKE unterstützt linke GewerkschafterInnen bei der politischen Aufklärung mit öffentlichen Beiträgen, Veranstaltungen und Publikationen unterstützen und trägt damit auch zu einer Politisierung von Gewerkschaften sowie Betrieben, Büros und Dienststellen bei.
  • DIE LINKE knüpft an betriebliche und tarifliche Auseinandersetzungen an und trägt dazu bei, sie zu politisieren, um im Bündnis mit Gewerkschaften und anderen Akteuren gesellschaftliche Veränderungen durchzusetzen (Solidaritätsarbeit in Streiks, Mitarbeit an Volksbegehren Krankenhäuser etc.).
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